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09.07. – 18.08.2018

Schöne Sommerferien!


 

Bericht einer Überlebenden

Am 21. Mai diesen Jahres erhielten wir aus-gesprochen beeindruckenden Besuch aus Berlin. Die 92-jährige Margot Friedländer, 1921 in Berlin geboren, las vor allen Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 9, E und Q in der ent-sprechend von Herrn Herbers und anderen fleißigen Helfern hergerichteten Sporthalle aus ihrer Autobiographie „Versuche, dein Leben zu machen". Die titelgebenden Worte hatte Margot Friedländers Mutter ihr durch eine Bekannte ausrichten lassen, sie selbst wurde 1943 zusammen mit Margots Bruder Ralph deportiert, weil die Familie dem jüdischen Glauben angehörte. Beide sollte Margot Friedländer nie wieder sehen. Ihr selbst gelang es mit Hilfe einiger der wenigen Deutschen, die sich der Ausgrenzung, Deportation und Vernichtung der europäischen Juden aktiv widersetzten, sich bis zum Frühjahr 1944 zu verstecken, bevor sie verhaftet und in das KZ Theresienstadt deportiert wurde.

Von der Botschaft ihrer Mutter, einigen gefährlichen Situationen im Untergrund, ihrer Verhaftung und Erlebnissen im Konzentrationslager handelten die ausgewählten Passagen, die Margot Friedländer in der beeindruckend still werdenden Sporthalle vorlas. Dabei zeigte sie den Anwesenden auch ihre Bernsteinkette, das letzte Andenken an die Mutter, und den Juden-stern, den zu tragen man sie gezwungen hatte. Dem aufmerksamen Zuhörer konnte dabei nicht entgehen, wie viel Kraft es sie kostete, sich mit dem Verlust fast aller Freunde und Verwandten auseinander setzen zu müssen. In ihrer eindringlichen Botschaft an die Schülerin-nen und Schüler, „Seien Sie Mensch", wurde deutlich, was sie antreibt. Ohne Hass, ohne Bitterkeit versucht sie mit ihren Lesungen, Menschen mit ihrem Schicksal zu erreichen, in der Hoffnung, dazu beitragen zu können, dass sich so etwas nie mehr wiederholt.

Dass ihr dies bei den allermeisten Zuhörern gelungen ist, zeigten sowohl die Stille während der Lesung als auch der lang anhaltende Applaus danach und die Fragen der Schülerinnen und Schüler im anschließenden Gespräch. Margot Friedländers Schilderungen machten noch einmal deutlich, dass die alltägliche Ausgrenzung, Vereinsamung und Angst der Betroffenen ebenso Teil des Holocaust sind wie die Greuel der Konzentrationslager. Diese sonst so abstrakt bleibenden Themen wurden an einer trotz allem lebensfrohen Frau eindrucksvoll erlebbar. Wir freuen uns daher sehr, dass wir Margot Friedländer am Städtischen Gymnasium begrüßen durften.

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