Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Gymnasium und Gemeinschaftsschule?

Zunächst einmal eröffnen beide Schulformen die Möglichkeit zum Abitur, nur auf unterschiedlichen Wegen. Die Gemeinschaftsschule kann im gemeinsamen Lernen aller Kinder mehr Zeit für Übungs- und Wiederholungsphasen lassen, am Gymnasium schreitet man im Stoff schneller voran und fordert von den Kindern auch sehr viel mehr Eigenständigkeit und Selbstdisziplin beim Lernen. Regelmäßiges und kontinuierliches Arbeiten mit eigener Anstrengungsbereitschaft sind dabei sehr wichtig. Ein ganz konkreter Unterschied besteht außerdem darin, dass die 2. Fremdsprache am Gymnasium verpflichtend ist und an der Gemeinschaftsschule freiwillig. Somit sollten Kinder, die etwas mehr Zeit für die Entwicklung des eigenen Lernens benötigen, den sichereren Weg über die Gemeinschaftsschule wählen.

 

Was ist das Besondere am Städtischen Gymnasium?

Auf der Basis gymnasialer Leistungsanforderungen ist das Städtische Gymnasium Bad Segeberg eine pädagogisch ausgerichtete Schule, die das einzelne Kind und seine Entwicklung in den Blick nimmt. Fachlich bietet das STG drei Schwerpunkte in der Ausrichtung, den naturwissenschaftlichen Bereich, eine sportliche Profilierung und bilingualen Unterricht (Geography) im sprachlichen Bereich. Eine detailliertere Beschreibung zu unserem Schulprofil findet sich in unserer Schulbroschüre oder über die Homepage. Eine Besonderheit ist auch das Fachraumprinzip, siehe unten. Zweimal im Jahr findet eine Bündelungswoche statt, in der Aktivitäten wie Klassenfahrten, Praktika, Fachtage und Exkursionen gebündelt stattfinden, auch um Unterrichtsausfall zu minimieren, vor allem aber, um bestimmte Inhalte und Methoden allen Schüler*innen zukommen zu lassen. Die erste Bündelungswoche liegt drei Wochen nach den Sommerferien und soll insbesondere die Fünftklässler*innen bei ihrem Start an unserer Schule unterstützen, Lerntechniken vermitteln und helfen, die Klassengemeinschaft auszubilden.

 

Wie können die spezifischen Interessen und Talente meines Kindes gefördert werden?

Die oben erwähnten Möglichkeiten der Ausrichtung (sprachlich, naturwissenschaftlich, sportlich) werden auch durch ein breites AG-Angebot unterstützt. Die Wahl der AGs findet in der 2. Woche nach Schulstart statt. Für besonders sportbegeisterte Kinder ist es zudem möglich, eine Zusatzsportstunde zu wählen. Diese findet in der Regel in einer 7. Stunde statt.

 

Wann beginnt und endet der Unterricht?

Der Unterricht beginnt für die Orientierungsstufe um 7.45 Uhr und endet in der Regel um 13.00 Uhr. Sollten Sie auch nach dem Unterricht ein Betreuungsangebot für Ihre Kinder wünschen, bieten wir zahlreiche AGs oder Hausaufgabenbetreuung über unser OGS-Angebot an.

 

Gibt es ein Mittagsangebot?

Ja, bei uns wird montags bis donnerstags warmes Mittagessen angeboten. Die Bestellung erfolgt bequem online und kann jeweils bis zum Morgen geändert werden.

 

Gibt es ein Kioskangebot?

Ja, in den Pausen kann man Getränke, belegte Brötchen, kleine Snacks und Obst in der Cafeteria kaufen. Außerdem steht allen Schüler*innen unser Wasserspender in der Pausenhalle zur Verfügung, an dem die eigenen Trinkflaschen mit Wasser aufgefüllt werden können.

 

Ich habe gehört, am STG gibt es das Fachraumprinzip. Was bedeutet das?

Das bedeutet, dass jedes Unterrichtsfach in einem eigenen Fachraum stattfindet, der speziell für den Bedarf dieses Faches ausgestattet und dekoriert ist. Dadurch sind Materialien und Bücher in den Fachräumen vorhanden, so dass die Kinder ihre Schulbücher zu Hause lassen können. Die Kinder wechseln nach den Doppelstunden die Räume. Es gibt also keinen Klassenraum im klassischen Sinne mehr. Trotzdem können schülerspezifische Arbeiten wie Steckbriefe usw. aufgehängt werden; sie hängen dann zum Beispiel im Deutschfachraum der Klasse. Jedes Kind kann einen Spind erhalten.

 

Gibt es speziellen Förderunterricht?

Ja, in den Mittagsstunden wird Förderunterricht für LRS angeboten. Begabungsförderung startet frühestens nach den ersten pädagogischen Konferenzen, weil wir erst einmal sehen möchten, wie Ihr Kind mit dem erhöhten Niveau des Gymnasiums zurechtkommt. Einzelnen Schüler*innen einer Klasse werden dann Angebote zu sogenannten Drehtürkursen gemacht, in denen Ihr Kind für einen begrenzten Zeitraum jeweils ein bis zwei Stunden mit anderen Schüler*innen seines Jahrgangs an interessanten Themen wie kreativem Schreiben usw. arbeiten kann. Sollten Ihre Kinder schon bei Enrichmentkursen gemeldet sein, kann dieses Angebot weiter genutzt werden. Förderung bei Problemen in den Kernfächern Deutsch, Mathe und Englisch erfolgt bei Bedarf ab Klasse 6.

 

Wie groß sind die 5. Klassen?

In der Regel zwischen 25 und 28 Kindern.

 

Wie werden die 5. Klassen zusammengesetzt?

Bei der Anmeldung kann Ihr Kind einen Freund/ eine Freundin angeben, mit dem/ der es unbedingt in eine Klasse möchte. Diesen Wunsch erfüllen wir in der Regel auch. Sollten sich dabei Probleme ergeben, kontaktieren wir Sie. Wir bemühen uns, reine Religions- bzw. Philosophieklassen zusammenzusetzen, so dass es wichtig ist, dass der Freund/ die Freundin dieselbe Wahl bei der Frage nach Religions- oder Philosophieunterricht trifft.

 

Erfahren wir vor der Einschulung den Namen der Klassenlehrkraft und der Mitschüler*innen in der Klasse?

Nein. So wie wir Ihrem Kind offen und vorbehaltlos gegenübertreten, sollte auch Ihr Kind offen und neugierig auf neue Menschen sein. So kann es auch keine Enttäuschungen geben, wenn kurzfristig noch etwas geändert werden muss.

 

Welche Voraussetzungen sollte mein Kind erfüllen, um am Gymnasium erfolgreich mitarbeiten zu können?

Ihr Kind sollte gern zur Schule gehen und Spaß am Lernen und Entdecken haben. Es sollte in der Grundschule zu den leistungsstarken Schüler*innen gehören und den Stoff der vierten Klasse sicher beherrschen. Bisher sollte es ohne großen Aufwand gute Noten erzielt haben. Ihr Kind sollte sich über einen längeren Zeitraum konzentrieren können, genügend Ausdauer auch bei anspruchsvollen Aufgaben haben und aktiv und interessiert im Unterricht mitarbeiten. Es sollte Lesefreunde haben und Texte flüssig vorlesen können, denn Lesen und Schreiben ist für alle Fächer eine zentrale Kompetenz. Das Kind sollte selbstständig Lösungsideen entwickeln, seine Hausaufgaben von selbst erledigen und nur gelegentlich bei konkreten Verständnisproblemen um Hilfe bitten. Ihr Kind sollte selbstständig sein und wenig Probleme damit haben, sich auf neue Situationen oder Menschen einzustellen. Schauen Sie gerne auch auf unsere Liste der Übegangskriterien.

 

Mein Kind ist sehr still und zurückhaltend. Welche Rolle spielt das Mündliche?

Die mündliche Leistung soll laut Fachanforderungen bei der Bewertung überwiegen. Deshalb werden auch bewusst Methoden angewandt, die einen hohen Aufforderungscharakter zum Sprechen haben. In Gruppen- oder Partnerarbeiten sowie Rollenspielen kommt jedes Kind zu Wort. Auch die Arbeit an Aufgaben in den Stunden sowie die Hausaufgaben spielen für die Beurteilung eine wichtige Rolle.

 

Wie lange dauert die Eingewöhnung üblicherweise?

Der Übergang ist für die Kinder eine Zeit voller neuer Herausforderungen, auf die jedes Kind unterschiedlich reagiert. So kann es bei manchen Kindern durchaus dauern, bis sie „richtig angekommen“ sind. Fällt also die erste Arbeit schlechter aus als erwartet, ist das noch kein Zeichen dafür, die falsche Entscheidung getroffen zu haben, sondern es sollte gezielt geschaut werden, wo noch Unterstützungsbedarf besteht. Dagegen verläuft die räumliche Eingewöhnung in der Regel sehr schnell und wir sind immer wieder davon beeindruckt, wie schnell sich unsere neuen Fünftklässler*innen in ihrer neuen Schule zurechtfinden. Auch der Raumwechsel bereitet den Schüler*innen meist nach der zweiten regulären Woche überhaupt gar keine Probleme mehr.

 

Welche begleitenden Maßnahmen bietet die Schule, um den Übergang zu erleichtern?

In den Einführungstagen nach der Einschulung erfahren die Kinder von ihrer Klassenlehrkraft alles Wichtige zur Organisation unserer Schule und ihres konkreten Schullebens. Wichtiger Bestandteil dabei ist unser Mitteilungsheft. Wie man als Klassengemeinschaft zusammenwachsen kann und das eigene Lernen gut organisiert, ist Thema des KLEM-Unterrichts (Abkürzung für Klassenlehrer, eigenständiges Lernen und Methoden) sowie einzelner Fachtage während unser 1. Bündelungswoche (Klasse 5: „Lernen lernen“). Begleitet werden die Kinder neben ihrer Klassenlehrkraft von den Mentor*innen. Auch die Beratungs- und Verbindungslehrkräfte sowie unsere Schulsozialpädagogin stehen mit Rat und Tat zur Verfügung. Bei speziellem Unterstützungsbedarf treten Sie an uns heran.

Um die Schüler*innen im Umgang mit dem Computer zu schulen, bieten wir in beiden Jahren der Orientierungsstufe einen halbjährigen Computer- (IKTG-) Kurs an. Außerdem kommt unsere Schulsozialpädagogin ebenfalls halbjährig in jede Orientierungsklasse, um mithilfe des Programms „Mind Matters“ den sozialen Umgang untereinander zu fördern

 

Was kann ich als Elternteil tun, um mein Kind vorzubereiten?

Achten Sie im letzten halben Jahr vor dem Übergang noch einmal gezielt darauf, dass Ihr Kind seine Hefte sorgfältig und selbstständig führt. Ihr Kind sollte eine Idee entwickeln, wie es beim Lernen vorgeht. Manchmal kann es auch hilfreich sein, gezielt „auf Zeit“ zu arbeiten, damit Ihr Kind eine Vorstellung entwickelt, wie lange bestimmte Arbeitsgänge dauern.

 

Wie kann ich als Elternteil mein Kind beim täglichen Lernen und Arbeiten unterstützen?

Interessieren Sie sich vor allem dafür, was Ihr Kind in der Schule lernt und erlebt. Lassen Sie sich regelmäßig vom Unterrichtsstoff und allem, was Ihr Kind bewegt, berichten und schauen Sie auch täglich in das Mitteilungsheft Ihres Kindes. Erinnern Sie am Anfang noch daran, Material vollständig einzupacken. Halten Sie Ihr Kind an, regelmäßig, aber in überschaubaren Portionen zu lernen und zu üben. Nehmen Sie sich gerade am Anfang Zeit, mit Ihrem Kind regelmäßig Vokabeln zu lernen. Denn im Gegensatz zur Grundschule kommt es jetzt auch auf die Rechtschreibung der einzelnen Wörter an.

 

Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule?

Sie können sich über das Mitteilungsheft einen Überblick verschaffen, was in Schule und Unterricht geschieht, und über diesen Weg auch einfach mit Lehrkräften in Kontakt treten. Jedem Schüler*in wird in der ersten Woche eine schulische Email-Adresse zugeteilt, über die wir viele Dinge kommunizieren. Es ist ratsam, sich als Eltern eine Weiterleitung der Emails einzurichten, um schnell über schulische Dinge informiert zu sein. Aktuelle Informationen erhalten Sie auch immer über die Homepage, das digitale schwarze Brett (Hier erhalten Ihre Kinder und Sie auch immer aktuelle Informationen zum Vertretungsplan) und Elternbriefe. Zudem gibt es natürlich Elternabende, einen Elternsprechtag nach den Halbjahreszeugnissen und pro Halbjahr eine pädagogische Konferenz und eine Versetzungskonferenz. Wir freuen uns, wenn Sie sich auch aktiv durch die Mitwirkung im Elternbeirat, in Arbeitsgruppen, AGs oder Projekten in unser Schulleben einbringen.

 

Wie wichtig ist der Wunsch meines Kindes, auf das Gymnasium zu gehen?

Der Wunsch ist insofern sehr wichtig, als er deutlich von Ihrem Kind ausgehen sollte und mit einer grundlegenden Anstrengungsbereitschaft verbunden sein sollte. Grundsätzlich jedoch ist Ihr Kind mit einer alleinigen Entscheidung überfordert und Sie als Erziehungsberechtigte sollten sorgfältig abwägen, welche Schulform dem Lern- und Arbeitsverhalten sowie der Persönlichkeit Ihres Kindes entgegen kommt. Gerne begleiten und unterstützen wir sie bei Ihrer Entscheidung, z.B. durch Beratungsgespräche.

 

Was passiert, wenn das Gymnasium doch nicht die richtige Schulform ist?

Zum Schuljahresende ist ein Wechsel der Schulform möglich. Da dies aber ggf. einen langen Zeitraum darstellen kann, in dem das Kind Schulfrust erleidet, sollten Sie sich bei der Wahl der Schulform am Ende recht sicher sein. Nutzen Sie als Entscheidungshilfe gerne unsere vielfältigen Beratungsangebote.